Vegetationskarten

Methodik

KDie Erfassung der Potentiellen Natürlichen Vegetation (PNV) wird hauptsächlich nach vegetationskundlichen Kriterien vorgenommen. Ausgangspunkt bei der Kartierung im Gelände bilden stets die Restvorkommen natürlicher und naturnaher Ökosysteme, d.h. hauptsächlich von Waldbeständen, die in ihrem Artengefüge, ihrer Struktur und vor allem Baumartenzusammensetzung dem natürlichen Zustand sehr nahe kommen. Auch Gehölzarten in Hecken und Gebüschen, an Weg- und Waldrändern sowie Feldböschungen spielen bei der Ansprache eine wichtige Rolle. Wichtige Hinweise für die Zuordnung liefern darüber hinaus die Ersatzgesellschaften, die Vegetation von Wegrändern, Feldböschungen extensiv genutzter Fluren sowie bodenkundliche und geologische Merkmale. Beurteilt werden die derzeitigen Standortgegebenheiten, d.h. auch die tiefgreifenden, für einen längeren Zeitraum als irreversibel einzustufenden anthropogenen Veränderungen wie Deichbau, Moorkultivierung, ausgebaute Entwässerungssysteme u.a. Dämme beispielsweise in Flußniederungen bilden deshalb die Vegetationsgrenze zwischen potentiellen Auenwäldern und nicht mehr regelmäßig überfluteten Waldgesellschaften wie Eichen-Hainbuchenwäldern. Als reversible Änderungen werden Fakten eingestuft, die nach einem kurzen Zeitraum unter Waldbedingungen den Ausgangszustand wieder erreichen, wie z.B. flache Entwässerungsgräben oder die Zersetzung von Nadelstreudecken. Der Einfluß gebietsfremder Pflanzenarten, namentlich Baumarten, sollte in jedem Einzelfall berücksichtigt und genauer untersucht werden, ehe man eine Holzart außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes als Teil einer bestimmten potentiellen Waldgesellschaft ansieht (z.B. Kiefer, Fichte, Berg-Ahorn, Robinie).


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