Verbreitung

Anwendung

Arealkundliche Erkenntnisse sind u.a. wichtige Grundlagen für die Roten Listen. So lassen sich aus den Arealeigenschaften, also der Gestalt und Dynamik eines Pflanzenareals, Informationen über die weltweite Bestandssituation und -bedrohung erschließen.
Außerdem sagt das Verbreitungsbild einer Art in Deutschland zunächst nichts über die globale Situation dieser Art aus. So können Pflanzen in Deutschland sehr selten sein und hier nur ein kleines Verbreitungsgebiet haben (z.B. die Schlamm-Segge (Carex limosa)), hingegen weltweit sehr weit verbreitet und daher im globalen Maßstab völlig ungefährdet sein. Anderereits können Arten in Deutschland ungefährdet sein, aber ihr Hauptverbreitungsgebiet bei uns haben. Eine Gefährdung oder gar das Aussterben dieser Art in Deutschland hätte gravierende Folgen für den Gesamtbestand und das Gesamtareal, so daß Deutschland eine besondere Verantwortlichkeit für die Erhaltung dieser Art zukommt.

Außerdem ermöglicht die genaue Kenntnis der Verbreitung der Arten, Pflanzen mit ähnlichen Verbreitungsmustern zu Gruppen zusammenzufassen, für die ähnliche Ansprüche an ihre Umwelt und daher Empfindlichkeiten gegenüber Veränderungen der Umweltbedingungen gelten. Pflanzen bestimmter Verbreitungstypen sind oft stärker gefährdet als andere Typen. In Deutschland sind dies z.B. Arten mit Verbreitungszentrum im Mittelmeergebiet (mediterrane Arten), die bei uns nur an wärmebegünstigten Standorten wachsen können.

 


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