Schutz

Datenquellen

Die Daten zum Schutzstatus nach Bundesartenschutzverordnung, Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, EG-Verordnung/CITES und Berner Konvention in FloraWeb stammen aus der Roten Liste gefährdeter Pflanzen in Deutschland (1996).

Die in Deutschland besonders bzw. streng geschützten Pflanzenarten sind in der Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) aufgeführt. Diese Verordnung ist Bestandteil des Bundesnaturschutzgesetzes und zielt insbesondere auf die durch direkten menschlichen Zugriff gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.

Anhang I enthält die besonders geschützten Arten. Das sind Arten, die

Der Anhang II führt die streng geschützten Arten auf. Das sind Arten, die

Die nach der BArtSchV geschützten Pflanzen sind zwar gegenüber direktem Zugriff (Sammeln, Ausgraben, Handel) geschützt, aber nicht gegenüber anderen Gefährdungsfaktoren.

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) - eigentlich CITES (= Convention on International Trade in Endangered Species of wild fauna and flora) - von 1973 hat zum Ziel, den internationalen Handel mit Tieren und Pflanzen sowie daraus hergestellten Erzeugnissen zu überwachen und einzuschränken. Die gefährdeten Arten sind entsprechend ihrer Schutzbedürftigkeit in drei Anhängen aufgelistet. Dadurch gelten für sie im internationalen Handel unterschiedlich starke Beschränkungen. Auf der alle zwei Jahre stattfindenden WA-Vertragsstaatenkonferenz werden die Anhanglisten aktualisiert.

Die Umsetzung des WA erfolgte in der Europäischen Union (EU) durch eine im Jahr 1984 in Kraft getretene Verordnung. Sie ist für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union einheitlich und verbindlich und ist auf nationaler Ebene zum Teil strenger als durch das WA vorgegeben. So wurde das kommerzielle Handelsverbot auf weitere Tier- und Pflanzenarten ausgedehnt, die nach dem WA selbst noch hätten gehandelt werden dürfen, und für weitere Arten wurde der Handel eingeschränkt. Je nach Gefährdungsgrad werden in der aktuellen Fassung der "Verordnung (EG) Nr. 338/97 des Rates vom 18.12.2000 über den Schutz von Exemplaren wildlebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels" die Arten in vier unterschiedlichen Anhängen aufgeführt, von denen aber nur die Anhänge A und B wirklich bedeutsam sind:

Eine Einfuhr von Arten der Anhänge A und B ist nur nach vorheriger Erteilung einer Genehmigung möglich, wobei diese je nach Anhangszugehörigkeit an unterschiedliche Kriterien geknüpft ist. Für die Erteilung der Genehmigungen ist die Vollzugsbehörde des Washingtoner Artenschutzübereinkommens für die Bundesrepublik Deutschland am Bundesamt für Naturschutz zuständig.

Eingriffe am Standort werden, wie bei der BArtSchVO, von dem WA nicht berührt.

In Deutschland ist das WA seit 1976 gültig. Inzwischen (Stand: Januar 2001) sind 152 Staaten dem WA beigetreten.

Die Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie) wurde im Mai 1992 vom Rat der Europäischen Gemeinschaften beschlossen. Sie zielt vor allem auch auf die Sicherung der Lebensräume und verpflichtet die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, für die im Anhang II der Richtlinie genannten Pflanzen besondere Schutzgebiete auszuweisen. Für diese Schutzgebiete gilt ein Erhaltungsgebot und Veränderungs- und Störungsverbot.

Im Anhang IV der Richtlinie werden streng zu schützende Arten aufgeführt, die meistens auch Bestandteil des Anhangs II sind. Für diese Arten ist jede Beschädigung oder Vernichtung der Wuchsorte zu vermeiden. Damit werden unmittelbar Maßnahmen zum Biotopschutz gefordert. Vorkommen von Arten der Anhänge II und IV sind deshalb auch Argumente zur Ausweisung von Schutzgebieten.

Im Anhang V der Richtlinie sind Arten auflistet, deren Nutzung und Entnahme aus der Natur nur zulässig ist, wenn dies mit dem Erhaltungszustand der Arten vereinbar ist.

Nur empfehlenden Charakter für die Unterzeichner besitzt die im September 1979 unterzeichnete Berner Konvention. Sie ruft dazu auf, für die in Anhang I der Konvention genannten Arten alle geeigneten und erforderlichen gesetzgeberischen Verwaltungsmaßnahmen zu ergreifen, um ihren besonderen Schutz sicherzustellen. Insbesondere ist der Besitz oder Verkauf von Exemplaren dieser Arten, absichtliches Pflücken, Sammeln, Abschneiden, Ausgraben oder Ausreißen zu verbieten. Bei den hier aufgeführten Arten handelt es sich neben endemischen auch um einige in großen Teilen Europas gefährdete Arten.

Das Wissenschaftliche Informationssystem zum Internationalen Artenschutz (WISIA) ist eine Referenzdatenbank des Bundesamtes für Naturschutz mit umfangreichen Informationen zu Taxonomie, Schutz und Verbreitung von Tieren und Pflanzen. WISIA enthält Daten zu Tieren und Pflanzen, die international nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) bzw. der umsetzenden EG-Verordnung, sowie der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) und der Vogelschutzrichtlinie der EG geschützt sind und national den Schutzbestimmungen der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) unterliegen.


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