Rote Listen

Anwendung

Rote Listen sind nicht nur eine Grundlage für die Beurteilung des Zustands der Biodiversität, sie erlauben auch zahlreiche Auswertungen, die Zusammenhänge, Ursachen und Handlungsmöglichkeiten für den Naturschutz deutlich machen:

Rote Listen sind wertvolle Argumentationshilfen bei der naturschutzfachlichen Bewertung von Gebieten (z.B. Ausweisung von Naturschutzgebieten, Nationalparken), der Auswahl prioritärer Arten bei Schutzprogrammen (z.B. E+E-Projekt Schierlings-Wasserfenchel) und liefern Grundlagen für den rechtlichen Schutz von Arten durch gesetzliche Verordnungen und internationale Konventionen (BArtSchV, CITES, FFH, Berner Konvention).

Durch die Untersuchung der Verbreitung gefährdeter Arten lassen sich die Regionen Deutschlands herausfinden, in denen besonders viele gefährdete Arten vorkommen und die daher besonders schutzwürdig sind (Beispiel und Karte).

Zeitlich differenzierte Verbreitungsdaten dokumentieren den flächigen Artenrückgang (Beispiel: Bergwohlverleih, Arnika).

Durch die Berücksichtugung des Gesamtverbreitungsgebietes einer Art (Areal) läßt sich auch zeigen, daß die Gefährdung einer Art mit der Entfernung von ihrem Verbreitungsgebiet meistens zunimmt (Beispiel und Karte).

Durch eine Analyse, in welchen Lebensräumen die gefährdeten Arten vorkommen, ergeben sich Hinweise auf besonders gefährdete bzw. schutzwürdige Biotope (Beispiel und Graphik).

Bei einer noch feineren Auswertung nach den Ellenberg'schen ökologischen Zeigerwerten zeigt sich zudem deutlich, daß Pflanzen mit extremen Standortansprüchen (z.B. an besonders feuchte, trockene oder nährstoffarme Standorte gebundene Arten) besonders stark gefährdet sind (Beispiel und Graphik).

Schließlich können durch die Analyse der Gefährdungsursachen besonders schädliche Einflüsse und deren Verursacher herausgefunden werden und Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickelt werden, die die Artenvielfalt weniger gefährden (Beispiel und Graphik).


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